Streifzüge durch die Nacht der großen leeren Stadt…

… und dazu die Klänge der Band Gauntlet Hair aus Denver mit ihrem Werk „Stills“. Der Opener „Human Nature“ geht dabei schon so ins Ohr… Man schließt die Augen und rollt mit dem Fahrrad die leeren Straßen der Stadt entlang … und einem geht die markante Stimme des Leadsanger Andy Rauworth sofort ins Ohr. Diese wird getrieben vom Schlagzeuger Craig Nizza und erzeugt dabei einen hypnotischen Sound. Man fährt in Schlängellinien über die Wege und lässt sich davon mitreißen… „Simple“ hat dann wieder die Merkmale und Anspielungen der späten 80er, gefolgt von harten Bässen in „Bad Apple“ und dann mit leisen Klängen wie in „Obey Me“ zu überraschen. Das Ende diese leider zu kurzen Platten leitet dann „G.I.D.“ mit Sprechgesang und harten Bässen ein, mit dem Übergang zu „Fallling Out“ mit einem Hauch von Garage-Rock um dann mit experimentellen Klängen und Stimmfetzen abzuschließen. Als wäre die Fahrt durch die Nacht dann einfach abgebrochen… und man fühlt sich verwirrt…

http://gauntlethair.net/

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Das liegt grad auf meinem Plattentisch…

Dann mal ein kleiner Auszug was der plattemann grad so auf seinen Plattentisch so zu liegen hat…

Roy Montgomory – 324 E. 13th Street #7

Hundred Waters – Moon Rang Like A Bell

Kevin Morby – My Name

Destroyer – Kaputt

The Ghost of A Sabertooth Tiger – Midnight Sun

Chorus Grant – Space

Still Corners – Strange Pleasures    (meine Sommerplatte)

Gambles – Trust

Cashmere Cat – Wedding Bells

FKA twings – EP2

Ich könnte zu jeder Platte jetzt was schreiben, aber diesmal nicht, sondern überlasse euch was hier davon haltet oder nicht. Und es ist für jeden Geschmack und Genre was dabei….

Somit viel Spaß mit der kleinen Ansammlung meiner derzeitigen Sounds.

Unaffektierte Klarheit in der Stimme…

… der dänischen Songwriterin Majke Voss Romme alias Broken Twin zeichnet die Platte „May“ aus. So reduziert und intensiv wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe. Die richtigen Worte dafür zu finden ist schwer… Man muss es hören… The Opener „The Aching“, das intensive kleine „Sun Has Gone“ oder das traumwandlerische und zutiefst traurige „In Dreams“ zeigen das unangefochtene Talent der Dänin. „No Darkness“ ist dabei mein kleiner Favorit auf dieser Platte… Sie war berechtigt mit der Band Daugther auf Tour und hat dort schon Ihr ganzes Können im Vorprogramm gezeigt und hoffe auf eine eigene Tour der Ausnahmekünstlerin. Mehr Worte bedarf es gar nicht… Man sollte sie hören und sich selber mitreißen lassen…

http://brokentwin.com/

Das Anderssein ist überhaupt nicht schlimm…

… und dies zeigt uns Richard Linklater in seinem Filmprojekt „Boyhood“, wo er den Jungen Mason ab dem 6 Jahr bis zum College begleitet. Der Charakter Mason erlebt in den Phasen seines Lebens alle Höhen und Tiefen, Liebe und Schmerz… aber auch Glück. Man fühlt sich sofort in die Persönlichkeit des Jungen ein und wird so durch den ganzen Film getragen… Mason ist ein sensibler, scheuer und in sich gekehrter Charakter, der einfach oft eine reichende Hand braucht. Er entwickelt sich im Verlauf des Films zu einer eigenen Persönlichkeit mit Neigungen und Interessen, mit denen er bei den Männern seiner Mutter und Mitschülern anstößt. Seine Mutter versucht ihn immer wieder vor dem Leben zu schützen, was aber oft in Katastrophen und Tränen endet. Seine Liebe zu seinem Vater hält ihn dabei immer wieder oben und entwickelt sich zu einer besonderen Beziehung… Ein kleines poetisches Meisterwerk über das Erwachsen werden… dabei großartig gespielt Ellar Coltrane und in den Rollen der Mutter und Vater Patricia Arquette und Ethan Hawke. Einer meiner kleinen Filmschätze des Jahres, neben „Swim little Fish swim“… absolut sehenswert.

Boyhood

http://movies.universal-pictures-international-germany.de/boyhood/

Man wird abgeholt und zurückgebracht…

Mir ist mal wieder durch Zufall einer dieser Platten in die Hände gefallen, wo es mehr als schwer fällt die richtigen Worte zu finden. Doch will ich es im Ansatz versuchen… Der Songwriter Nathaniel Rateliff aus Denver, Colorado schafft es mit „Falling Faster Than You Can Run“ zu begeistern und es is nicht diese einmalige Begeisterung, sondern diese steigt innerlich mehr und mehr an. Schon der Opener „Still Trying“ schafft es ohne weiteres den Zuhörer abzuholen und erst ganz zum Schluß der Platte bei gleichnamigen Song der Platte wieder los zulassen. Dieses Gefühl zieht sich durch die gesamten 11 Tracks und läßt einen wünschen es würde nie wieder aufhören. Es gibt viele Rezensionen über Technik, Klang etc… aber das brauch es hier nicht. Der Zuhörer soll sich ein eigenes Bild von diesem großartigen Musiker machen und dann für sich das Gefühl aufnehmen…

http://nathanielrateliff.com/

 

Organic Dance Music – Was ist das?…

Das hat sich der Caribou Drummer Brad Weber auch gedacht und ein mehr als interessantes Album seines eigenen gleichnamigen Projekt Pick A Piper produziert. Das Album besticht durch einen Guss aus einer Rhythmus-Struktur aus vielen Schichten von Melodien, Tönen und Klängen. Und dann kommen noch diese Vocals dazu und geben dem Ganzen ein brillantes Geflecht aus komplexen Vertracktheit. Jeder Song ist als ein Unikat zu betrachten und wirkt in sich sehr eigen… und man entdeckt beim immer und immer wieder hören die kleinen Details, welche so bestechend wirken. Und in sich so unterschiedlich wie die Tracks „Our Hands“ und „All Her Colours“ zeigen… Pick A Piper ist wie ein Traum, welchen man nicht sofort versteht, aber sofort mitreißt…

http://pickapiper.bandcamp.com/

Ausbruch und Ausdruck….

Grad ist es wie ein Fluß aus anders sein und fühlen… Als würde man sich tief im Inneren gegen die Normen und Vorgaben der Gesellschaft und Allgemeinheit erheben. Sind wir doch getragen von den Clustern der Gesellschaft und der Kette innerhalb der Bewegung als Marionetten im gleichen Strom des täglichen Seins. Und dazu fallen mir als Ausbruch und Ausdruck die Band „Messer“ aus Münster und „Die Nerven“ aus Saarbrücken ein… Doch irgendwie hart in der Art des Ausdruck und Zusammensetzung der Texte, das man doch dazu auf die inneren Hymen des Anspruchs und Zerwürfnis des Anspruchs trifft. „Die kapieren nicht“ oder „Tiefenrausch“  von Messer, dazu gepaart „Blaue Flecken“ und „Nie wieder scheitern“ drücken mehr aus als Worte. Und im tiefen Inneren brechen wir gerne aus … aber tun sowenig dafür … raus aus den Normen und dem Zwang des Daseins in dieser Gesellschaft getrieben von Leistung und Druck. Fuck off auf diese Marionettengesellschaft im Label Anderssein Charakter Pseudo und Schattendasein…

http://gruppemesser.blogspot.de/

http://dienerven.com/

Kalkül und Pathos? Emotion und Intellekt? Herz und Kopf?

Ich hatte das Vergnügen ein sehr schönes und intensives Konzert der Band „The Head and the Heart“ in München zu besuchen… Dabei hat die Band aus Seattle einige Songs ihrer 2 LP´s „The Head and the Heart“ und „Let´s Be Still“ gespielt und haben dabei eine schöne Mischung aus Tiefe, Nähe und Intensität geschaffen. Die Stimme Charity Thielen unterstreicht dabei die Einzigartigkeit des Sounds aus Americana-, Country- und Indiepop- Klängen. Die Kopfstimme von Josiah Johnson und Jonathan Russell runden dabei das komplette Bild ab… Die Songs „Lost in My Mind“, „Cats and Dogs“,“Rivers and Roads“,“Homecoming Heroes“ und „My Friends“ zeigen dabei einen schönen und tragenden Fundus des Singer/Songwriter Potenzial. Eine Band mit sehr viel Potenzial für viel mehr…

http://www.theheadandtheheart.com/

Eine Platte, die für sich spricht…

Meine erste Platte 2014 und dann gleich so eine phantastische… Damien Jurado´s Platte „Brothers and Sisters of the Eternal Son“ läßt doch auf ein sehr gutes Musikjahr 2014 hoffen. Der Songwriter aus Seattle/Washington legt dabei ein großartiges Doppelalbum vor, was für sich spricht und keiner weiteren Worte bedarf. Er selbst sagt auch darüber es sei ein Meilenstein in seiner Schaffenszeit und dies würde ich ohne weiteres unterschreiben. Seine Texte und Sounds zeigen dies in vollem Maße… und er trägt seine eigene Weltschauung vor ohne das es in irgendeine Art und Weise überspannt.  Zurücklehnen und genießen…

http://damienjurado.com/

Es einfach ausklingen lassen…

… das alte Jahr… und dies mit leisen Tönen… Dabei begleitet mich die EP „The Pond“ des Projektes ME AND OCEANS, das der Leipziger Fabian Schuetze mit einer unglaublichen Schlichtheit kleidet. Die 6 Songs bestechen dadurch mit Einfachheit und Intensität, als würde man nur diese Stimme und Instrumente spüren und wahrnehmen. Und mir damit einen perfekten Begleiter aus dem alten ins neue Jahr an die Hand bzw. in die Ohren gibt. Mit Fender Rhodes, Orgeln, Streichern, Schlagzeug, Synthiebässen, Akustikgitarren und Bläsersätzen schafft Fabian Schuetze einen feingewebten, hochästhetischen Klangteppich, über den er mit unverkennbar sonorer Raspelstimme seine introspektiv-lyrischen Texte singt. Und so lasse ich mich tragen…

http://www.meandoceans.de/