Kategorie: film

Der Kampf einer Mutter…

…um die Liebe und Zukunft ihres kranken Sohnes zeigt uns das kanadische Regietalent Xavier Dolan in seinem neuem Film “Mommy” auf eindrucksvolle Art und Weise. Er zeichnet dabei in beklemmender und authentischer Art einen Ausschnitt daraus nach, ohne das Wesentliche zu verlieren. Der Blick der Mutter nach oben und die krankhaften fast zerstörerischen Anfälle des Sohnes werden in einer klaren Filmsprache im 1:1 Format dargestellt, ohne dabei sich in Heuchelei oder Kitsch zu verlieren. Die Darstellung der Mutter in Persona von Anne Dorval und des Sohnes von Antoine-Olivier Pilon gespielt zeigen dazu die Qualitäten bei der Auswahl der Besetzung. Mit Anne Dorval arbeitete Dolan schon in seinem Erstling “I Killed My Mother” zusammen. Der Film ist voller kleiner menschlicher Szenen und Abrisse aus den unterschiedlichen Charakteren und der Gesellschaft. Dabei lässt Dolan auch die Rolle und Verbindung der stotternden Lehrerin zur Mutter offen. Und erzeugt damit ein intensives Zusammenspiel und Leben der 3 Persönlichkeiten innerhalb der eigenen kleinen Welt. Das Gefühl nach diesem Film war seltsam, aber zugleich doch sehr intensiv. Und dies schaffen nicht viele Filme…

http://www.mommy.weltkino.de/#home

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Das Anderssein ist überhaupt nicht schlimm…

… und dies zeigt uns Richard Linklater in seinem Filmprojekt „Boyhood“, wo er den Jungen Mason ab dem 6 Jahr bis zum College begleitet. Der Charakter Mason erlebt in den Phasen seines Lebens alle Höhen und Tiefen, Liebe und Schmerz… aber auch Glück. Man fühlt sich sofort in die Persönlichkeit des Jungen ein und wird so durch den ganzen Film getragen… Mason ist ein sensibler, scheuer und in sich gekehrter Charakter, der einfach oft eine reichende Hand braucht. Er entwickelt sich im Verlauf des Films zu einer eigenen Persönlichkeit mit Neigungen und Interessen, mit denen er bei den Männern seiner Mutter und Mitschülern anstößt. Seine Mutter versucht ihn immer wieder vor dem Leben zu schützen, was aber oft in Katastrophen und Tränen endet. Seine Liebe zu seinem Vater hält ihn dabei immer wieder oben und entwickelt sich zu einer besonderen Beziehung… Ein kleines poetisches Meisterwerk über das Erwachsen werden… dabei großartig gespielt Ellar Coltrane und in den Rollen der Mutter und Vater Patricia Arquette und Ethan Hawke. Einer meiner kleinen Filmschätze des Jahres, neben „Swim little Fish swim“… absolut sehenswert.

Boyhood

http://movies.universal-pictures-international-germany.de/boyhood/

Reise in den Abgrund eines schönen Landes

Kennen wir nicht alle unser schönes Land? Alles so schön bürgerlich und weltoffen. Aber da gibt es auch ein anderes Land… was aus der Zeit gefallen ist und sich dabei in einer Parallelwelt aus einzelnen Geschichten verliert. Der Polizist, der anders ist, der Fußpfleger in seiner Art und Weise Zuneigung zu zeigen, die Kinder in Schuluniformen, welche dabei Leben andere verändern und zerstören… Dies alles und noch mehr zeigt uns die Regisseurin Frauke Finsterwalder in ihrem Werk `Finsterworld` mit einer nachhaltigen poetischen Wucht, welche einen schockiert und zum Nachdenken anregt. Für mich ein so komplexer, absurder und realer Film, welchen man in dieser Art nur von Ulrich Seidl oder Andreas Dresen kennt. Dazu auch noch erstklassig mit Corinna Harfouch, Bernhard Schütz und Ronald Zehrfeld besetzt. Für mich einer der Filme des Jahres…

Finsterwolrd

http://www.finsterworld.de/

Zweigeteilte Gesellschaft und die Übermutter…

Kennen wir das nicht alle? Unsere Mutter sorgt sich um uns.. oder versuchte alles Schlechte von uns in der Kindheit fern zuhalten… Der rumänische Regisseur Calin Peter Netzer zeigt uns in seinem preisgekrönten Werk „Mutter & Sohn“ dies in aller Offenheit und Klarheit… Und gibt dazu einen Einblick in die geteilte Geselllschaft in Rümanien. Auf der einen Seite die Reichen und auf der anderen Seite die Armen. Im Fokus dieses Films steht die kaputte Beziehung der Mutter, sehr überzeugend gespielt von Luminita Gheorghiu, und dem Sohn, gespielt von Bogdan Dumitrache, im Kreise einer wohlhabenden rumänischen Familie. Dabei werden viele Situationen und Dialoge sehr offen und klar dargestellt das man das Gefühl hat es würde genau vor den eigenen Augen passieren. Man vergißt dabei sehr schnell die Mauer zur Leinwand und wird durch die Geschichte getragen… Dabei kommt mir immer wieder die Sequenz der Mutter bei der Familie des toten Kind vor Augen… Wie sie ihren Sohn zu verteidigen sucht und dabei ihre eigenen Erwartungen offenbart. Ein Film, der nachhaltig wirkt und einen auch die eigene Beziehung zu seiner Mutter überdenken läßt…

http://www.mutterundsohn.x-verleih.de/

Eindringlich und authentisch

Ich habe gestern den Film ‚Halt auf freier Strecke‚ von Andreas Dresen gesehen und dieser hat mich in seiner Art und Weise sehr bewegt. Der Regisseur Andreas Dresen versteht es in seinem eindringlichen und authentischen Film die Situation und der Umgang damit in einen Einklang zubringen. Dabei wirken die Hauptdarsteller Milan Peschel als krebskranker Sterbepatient und Steffi Kühnert als Ehefrau so authentisch als wäre es gerade die Realität… Die Darstellung des Krankheitsverlauf und auch der Moment der Diagnose treffen den Nerv und nehmen den Zuschauer mit auf den Weg. Ein Film, welche sich von vielen deutschen Produktionen abhebt und zu Recht auch mit Auszeichnungen (Deutscher Filmpreis) geehrt würde. Damit habe ich mir wieder ins Bewusstsein gerufen wie wertvoll es ist zu leben…

Als Ergänzungstipp dazu das Buch des amerikanischen Schriftstellers John Green ‚Das Schicksal ist ein mieser Verräter‘ .. Dieses Buch bedarf keiner Worte…. Dazu nur: ‚Ich bin glücklich mit meiner Wahl. Ich hoffe, sie auch…‘

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http://halt-auf-freier-strecke.pandorafilm.de/

http://johngreenbooks.com/

Zerfall einer Familie und Liebe

Gestern Abend hatte ich eine Begegnung mit den Tod und der Liebe. In Felix von Grönningen’s Werk ‚The Broken Circle‘ treffen diese 2 Themen so frontal aufeinander… Ein Film über Verlust und Schmerz einer kleinen Familie in Belgien. Begleitet von einem in jeder Sequenz passender Soundtrack, welche mit dem Duett der beiden Hauptakteure Veerle Beatens / Johan Heldenbergh und Songtexten von Joni Mitchell Gänsehaut erzeugt… Die Gratwanderung zwischen Liebe und Tod, dabei immer wieder Phrasen der Beziehung zwischen Mutter und Vater fügt sich in einen intensives, nahes und drückendes Szenario… Ein kleines Meisterwerk, was mit so wenig auskommt und doch so groß ist… http://brokencircle.pandorafilm.de/

Spielfilmtrilogie ‚Paradies‘ von Ulrich Seidl

Wer wirklich gute und anspruchsvolle Filme mag wird wohl an dem österreichen Regisseur Ulrich Seidl mit seiner intensiven und authentischen Spielfilmtrilogie ‚Paradies‘ nicht vorbei kommen. Ich habe Teil 1 ‚Liebe‘ und Teil 2 ‚Glaube‘ gesehen und war sehr beeindruckt… so klar und authentisch… frei von überheblichen und übertreibenden Kitsch und Dramatik… Meine Empfehlung und absolut sehenswert… Aber auch keine einfache Kost so für nebenbei… Aber sieht mehr auf der Homepage http://www.paradies-trilogie.de/

Paradies-Glaube-1_article

P.S.  Alle weiteren Filme von Herrn Seidl sind ebenfalls sehr sehenswert… vorallem ‚Hundstage‘